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Neues aus kinderfreundlichen Kommunen in Niedersachsen

Mittlerweile 19 Kommunen in Niedersachsen haben sich dem Vorhaben "Kinderfreundliche Kommunen" angeschlossen, zuletzt Nordhorn. Am 2. April wird auch die Landeshauptstadt Hannover die offiziellen Vereinbarungen unterzeichnen. In Bad Pyrmont und Lamspringe wurde das Siegel verlängert und in Harsum fanden Zukunftswerkstätten für Erwachsene und für Kinder statt.

Vereinbarungsunterzeichnung Nordhorn
Am 21. Februar 2025 unterzeichnete Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling eine Vereinbarung zur verbindlichen Zusammenarbeit mit dem Verein Kinderfreundliche Kommunen. Die Stadt Nordhorn ist nach Algermissen, Bad Bentheim, Bad Pyrmont, Burgdorf, dem Landkreis Friesland, Haren (Ems), Harsum, Hemmoor, Hohenhameln, Lamspringe, Lehre, Papenburg, dem Landkreis Schaumburg, dem Landkreis Stade, Wedemark, Wittingen, Wolfsburg und Zeven bereits die 19. Kommune in Niedersachsen, die dem Vorhaben "Kinderfreundliche Kommunen" beitritt. Nun wird die Gemeinde einen Aktionsplan erstellen, um junge Menschen in Nordhorn zu schützen, zu fördern und zu beteiligen.

Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling unterstrich die Bedeutung dieses Vorhabens für die Stadt Nordhorn: "Nordhorn ist ein attraktiver Lebensmittelpunkt für Familien mit Kindern und
Jugendlichen. Damit das so bleibt, wollen wir uns mit ihnen gemeinsam auf den Weg machen. Im Rahmen des Programms 'Kinderfreundliche Kommunen' werden wir auf bewährten Angeboten aufbauen und diese weiterentwickeln."

Siegelübergaben in Lamspringe
Die Gemeinde Lamspringe wurde Anfang Februar 2025 mit dem Siegel "Kinderfreundliche Kommune" ausgezeichnet. Damit wird die Selbstverpflichtung der Gemeinde zu mehr Kinderfreundlichkeit ausgedrückt, welche sich im Aktionsplan widerspiegelt. Bürgermeister Andreas Humbert freute sich, dass die Gemeinde Lamspringe dieses wichtige Siegel erhalten hat: "Auf diesen Tag haben wir schon lange hin gefiebert: Mit dem Erhalt des Siegels durch den Verein Kinderfreundliche Kommune wird uns bescheinigt, dass wir mit dem Aktionsplan auf dem richtigen Weg sind, genau denjenigen eine Stimme zu geben, für die das Wort Zukunft die größte Bedeutung hat. Wir sind überzeugt davon, dass eine kinder- und jugend­freundliche Gemeinde auch gleichzeitig eine familienfreundliche Kommune für Jung und Alt ist. Alle Kinder und Jugendlichen unserer Gemeinde sollen gut und geborgen aufwachsen, geschützt sein und ihre Mitspracherechte wahrnehmen können. Der Aktionsplan ist ein Gemeinschaftswerk von Verwaltung, Politik und Gesellschaft. Und so wollen wir uns auch gemeinsam auf den Weg der Umsetzung hin zu einer wahrhaft kinderfreundlichen Kommune machen. Ich freue mich darauf."

Um die Kinderrechte nachhaltig in der Verwaltung und Politik zu verankern, soll das Leitbild der Gemeinde um die Kinderrechte ergänzt und damit die UN-Kinderrechtskonvention handlungsweisend für die Prozesse und Abläufe in der Kommune werden. Im Zuge dessen sollen zudem alle Mitarbeitenden der Verwaltung und die Gemeinderatsmitglieder an einer Fortbildung oder einem praxisorientierten Informationsworkshop zu den Kinderrechten teilnehmen, der ihnen konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand gibt. Zudem soll ein Kinder– und Jugendbüro errichtet werden, das eine leicht zugängliche Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche bieten wird.

Siegelverlängerung Bad Pyrmont
Mitte März 2025 verlängerte der Verein das Siegel "Kinderfreundliche Kommunen" für die Stadt Bad Pyrmont. Damit würdigt der Verein den zweiten Aktionsplan, mit dem die Stadt die nachhaltige Verankerung der Interessen von Kindern und Jugendlichen in der Verwaltung sowie auf der gesamten lokalen Ebene fortsetzt. Die Stadt Bad Pyrmont nimmt bereits seit 2019 am Vorhaben "Kinderfreundliche Kommunen" teil und wurde 2021 mit dem Siegel "Kinderfreundliche Kommune" ausgezeichnet. Mit dem zweiten Aktionsplan hat Bad Pyrmont sich dazu entschlossen, den Weg zu mehr Kinderfreundlichkeit weiter zu beschreiten und wird die kommenden drei Jahre diesen Aktionsplan umsetzen.

Klaus Blome, Bürgermeister der Stadt Bad Pyrmont, betonte zur Siegelverlängerung: "Erneut wird Bad Pyrmont nach 2021 mit dem Siegel 'Kinderfreundliche Kommune' ausgezeichnet. Dies ist ein großer Schritt in die richtige Richtung und zeigt, wie sehr wir uns für das Wohl unserer jungen Bevölkerungsgruppe einsetzen. Wir sind stolz auf die bereits umgesetzten Maßnahmen und die damit einhergehenden positiven Veränderungen. Mit Blick auf die Zukunft hoffe ich, dass mit dem großen Engagement vieler Akteure der Stadtgesellschaft, noch viele weitere Maßnahmen folgen, um das Leben unserer Kinder weiterhin zu bereichern und ihren Rechten größeren Raum zu verschaffen."

Zukunftswerkstätten für Erwachsene und für Kinder in Harsum
Die Kinderfreundliche Kommune Harsum hat die Umsetzungsphase ihres ersten Aktionsplanes erfolgreich beendet und bereitet sich nun auf die zweite Siegelphase vor. Um Ideen und Anregungen für einen zweiten Aktionsplan zu sammeln, fand bereits am 10. September 2024 eine Zukunftswerkstatt für Erwachsene und Jugendliche statt. Die anwesenden 14 Teilnehmer:innen aus Politik und Verwaltung hoben positive wie kritische Aspekte der Umsetzung des ersten Aktionsplans hervor. Als besonders erfreulich empfunden wurden die erfolgreichen Dorf­erkun­dungen, die Einrichtung eines Kinderund Jugendparlaments (KiJuPa) und die Ernennung von Sandra Löbke als Kinder- und Jugendbeauftragte des Hauptorts Harsum sowie von Ortsrats­mitgliedern als Kinder- und Jugendbeauftragte in den Ortsteilen. Dem standen kritische Hinweise zu mangelnden personellen Ressourcen gegenüber, ebenso wie die als herausfordernd empfundene Kommunikation zum Programm Kinderfreundliche Kommunen nach innen, in die Verwaltung, wie auch nach außen, in die Gemeinde hinein. In der Zukunftswerkstatt wurden schließlich Vorschläge diskutiert, wie relevante Zielgruppen und Akteure (Vereine, Kitas, Schulen, freie Träger und soziale Einrichtungen) zur Kinderfreundlichen Kommune Harsum informiert und zur Partizipation motiviert werden können. Weitere Ideen wurden für eine Stärkung des Kinder- und Jugendparlaments sowie für informelle Treffpunkte für Jugendliche gesammelt.

Neben Erwachsenen und Jugendlichen lud die Gemeinde am 3. Februar 2025 auch Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren ein. Diese entwickelten in einer Zukunftswerkstatt eigene Ideen für Harsum und die zugehörigen Ortsteile. Für die zweite Siegelphase wünschten sich die beteiligten Kinder mehr Freizeit-, Spiel- und Sportangebote. Genannt wurden etwa ein Freibad in Harsum und Rampen zum Skaten und Rollerfahren. Die Ausweitung der Öffnungszeiten und die Ausstattung des Jugendraums in Klein Förste wurden ebenfalls thematisiert. Es wurden Vorschläge zum Thema Mobilität, für weniger Autoverkehr und zur Ausweitung der Busverbindungen eingebracht. Zum Thema Mitbestimmungsmöglichkeiten wünschten sich die Kinder, dass Formate wie die Zukunftswerkstatt regelmäßig abgehalten werden sollten. Auch die Idee einer jährlichen Kinder- und Jugendversammlung fand besonderen Anklang.

Quelle: Kinderfreundliche Kommunen e.V., 24.03.2025

Übrigens: Auch Hannover wird kinderfreundliche Kommune
Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) hat einen ent­schei­den­den Schritt auf dem Weg zur "Kinder­freund­lichen Kommune" gemacht: Der Rat der Stadt hat dem Vor­haben zu­ge­stimmt, sodass die offiziellen Verein­ba­run­gen nun am 2. April unter­zeich­net werden können. Damit steht der Teilnahme an dem Programm, das von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinder­hilfs­werk begleitet wird, nichts mehr im Wege. Ziel ist es, Kinder­rechte lang­fristig in der Stadt zu veran­kern und Hannover noch familien­freund­licher zu gestalten. mehr >